Frankreich 2000

Reisetagebuch unserer Südfrankreich-Reise vom 04.05.2000 bis zum 20.05.2000



Frankreich


    1.Tag: Donnerstag, den 04.05.2000

    Nachdem wir am Vortag bereits unsere Reisetaschen in ein Schließfach am Hauptbahnhof gebracht hatten, fuhren wir mit nur kleinem Gepäck per S-Bahn von Offenbach nach Frankfurt. Um 16.56 Uhr fuhr unser Zug los. Die Fahrt war angenehm und 3 Stunden später kamen wir in unserer Zwischenstation Straßburg an. Wir hatten mit 40 Minuten genügend Zeit, uns und unsere 4 Reisetaschen von Bahnsteig 3 auf 2 zu befördern. Weiter ging es dann mit dem Liegewagen. Zunächst waren wir höchst verwundert, dass die Verbindungstüren zu den anderen Waggons verschlossen waren, da wir jedoch im Laufe unserer Fahrt nach Agde an mindestens 3 verschiedene Züge angekoppelt wurden, erschien diese Maßnahme im nachhinein sinnvoll, denn ansonsten wäre Klaus bei einer nächtlichen Wanderung in den Speisewagen unter Umständen vom Rest der Familie abgekoppelt worden. Das Abteil teilten wir mit noch zwei anderen Mitschläfern. Die Nacht verlief ruhig, obwohl unser 4-jähriger Knabe allein auf einer Pritsche in der Mitte der 3-stöckigen Betten liegen musste.


    Marina in Agde Marina in Agde



    2.Tag: Freitag, den 05.05.2000

    Kurz vor 8.00 Uhr kamen wir ausgeruht in Agde an und gingen erst einmal Kaffee trinken. Danach fuhren wir mit dem Taxi zur Marina von NAUTIC-TOURS. Das dortige Büro befand sich ganz stilecht in einem ausrangierten Frachter. Unser Boot war zu dieser frühen Stunde allerdings noch nicht übernahmebereit.

    Pénichette 935

      Pénichette 935
      9,35 m lang und 3,10 m breit mit 50 PS Dieselmotor
      Doppelbett im Bug und Einzelbett im Gang
      Sitzecke und Kombüse im Heck
      Toilette mit Dusche und Waschbecken mittschiffs.

    Wir ließen unser Gepäck in der Marina zurück und gingen unter warmer südlicher Sonne Agde erkunden.

      Agde ist eine der ältesten Städte Frankreichs und war bereits in der Antike ein griechischer Handelshafen. Es ist ein sehr interessanter Ort mit vielen Bauten aus schwarzem Vulkangestein, verwinkelten Gassen, der befestigten Kathedrale St. Étienne aus dem 12. Jahrhundert, einem Rathaus aus dem 17. Jahrhundert, und mit griechischen Schutzmauern aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.


    Agde Agde


    Wir entdeckten einen wirklich sehr schönen Park und nahmen gegen Mittag einen kleinen Imbiss in einem Café am Rande der Innenstadt ein. Zurück am Hafen konnten wir dann unser Boot übernehmen, verstauten unser Gepäck an Bord und Arne spielte ausgiebig mit zwei Hunden. (Er kam dabei auf die Idee, sein Allergie geplagter Vater könne doch Zuhause ausziehen und er sich daraufhin einen Hund anschaffen.) Wir erledigten die notwendigen Formalitäten im Büro des Bootsvermieters, erhielten die obligatorische technische Einweisung, gingen einkaufen und legten bald darauf ab. Wir fuhren auf dem Canal du Midi nach Villeneuve-lès-Béziers. Vor der örtlichen Schleuse übernachteten wir, nachdem wir zunächst einen kleinen Hafenrundgang gemacht hatten.


    Agde Agde


      Baron Pierre-Paul Riquet begann 1663 mit dem Bau des Canal du Midi, nachdem er dessen Wasserversorgung mit Hilfe von Talsperren löste. Finanziell ruiniert starb er 1681, ein halbes Jahr vor der Einweihung. Seit dieser Zeit profitieren alle von diesem Meisterbauwerk: Riquets Nachkommen verdienten Geld, der Handel blühte auf und bietet heute ein einzigartiges Charterbootrevier, von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft.