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Reisetagebuch Schottland 1999
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2. Tag: Samstag, den 24. April 1999 Am nächsten Morgen durchfuhren wir nach einem kleinen Frühstück den Loch Dochfour, den kleinsten See des Caledonian Canals, und erreichten danach schnell Loch Ness. Schon vor über 200 Millionen Jahren schuf die Bewegung zweier Kontinentalschollen das "Große Tal" - Great Glenn - einen 96 km langer Spalt, der sich diagonal durch das Herz Schottlands zieht. Vor 20.000 Jahren erweiterten dann die Gletscher der Eiszeit das Tal und ließen dabei vier große Seen zurück. Loch Ness ist mit Abstand der größte See: 36 km lang und an der breitesten Stelle 3 km breit. Das vom Torf geschwärzte Wasser ist mehr als 230 m tief und teilweise sehr kalt. Geschichten über mythische Wassertiere im Loch Ness wurden bereits im sechsten Jahrhundert v. Chr. erwähnt. Aber auch in unserer Zeit vergeht kein Jahr, ohne dass die Presse über rätselhafte Erscheinungen im Loch Ness berichtet.
Unser erstes Reiseziel des heutigen Tages war Brackla Harbour. Wir machten einen kurzen Spaziergang zu einem kleinen Wasserfall hinter dem Clansman Hotel. Arne entdeckte eine seiner Lieblingsbeschäftigungen: Steine ins Wasser werfen. Hierzu hatte er noch häufig Gelegenheit und er machte auch entsprechenden Gebrauch davon. Wir fuhren alsbald weiter zur Anlegestelle am Urquhart Castle.
Die Sonne kam vollends zum Vorschein und wir besichtigten die imposanten Burgruinen in majestätischer Lage. An einer alten Steinschleuder vorbei gingen wir zunächst zum Torhaus. Der nördliche Wachraum diente als Loge für die Wache. Der Pförtner kontrollierte den Zugang zur Burg und bewachte die Gefangenen, die in der engen, rechtwinkligen Gefängniszelle hinter dem Wachraum eingesperrt waren. In der Zelle saß eine Puppe mit entsprechenden Utensilien, sehr realistisch als Häftling dargestellt. Unser kleiner Sohn war überaus fasziniert von dieser Szenerie und wir mussten daher mehrfach hierher zurückkehren. Die gesamte Anlage war aufwendig restauriert und insgesamt sehr beeindruckend. Zu Arnes Leidwesen schenkte ihm ein ebenfalls zu Besuchszwecken anwesendes britisches Mädchen (ca. 9-10 Jahre) keinerlei Beachtung, obwohl er ihr ständig folgte und uns so fortlaufend durch die Gegend hetzte. Nach Besichtigung der Burg fuhren wir weiter in die Urquhart Bay hinein, zum Drumnadrochit Habour, einem der wenigen Häfen im Loch Ness, der zum sicheren Übernachten geeignet ist. Eine neue und schöne Hafenanlage, allerdings als einzige kostenpflichtig (ca. 20,- DM/Nacht), und relativ weit (ca. 2 1/2 km) von der eigentlichen Ortschaft entfernt. Der Münzautomat zum Bezahlen der Hafengebühren erwieß sich als eine Art Glücksspielautomat, denn als Klaus auf die Rückgabetaste drückte, sprudelten steckengebliebene Münzen nur so hervor. Die Entfernung zu Drumnadrochit war auch kein Problem, denn das dortige Hotel bot einen kostenlosen Shuttle-Service an, den wir dann auch in Anspruch nahmen. Im Restaurant leisteten wir uns ein gutes englisches Dinner: Angus-Steak (mit oder ohne BSE???), Pommes Frites und Gemüse (ortstypisch nur in warmen Wasser gebadet). Arne bevorzugte NESSIE-Fischstäbchen. Neben dem Hotel lag die "fully licenced Monster Exhibition", die jedoch wegen Renovierung geschlossen hatte. In der Außenanlage konnte sich Arne aber doch noch vor einem recht realistischen Nessie-Monster gruseln, das auf einem kleinen Teich schwamm. Später brachte uns dann ein Hotelangestellter wieder zurück zum Hafen.
3. Tag: Sonntag, den 25. April 1999 Nach einem kleinen morgendlichen Frühstück an Bord füllten wir zunächst unseren Frischwassertank auf und stachen dann wieder in See. Wir fuhren zunächst bis zur Mole von Foyers. Nach dem Anlegen in der Nähe eines Wasserkraftwerkes, hieß es zuerst einmal eine 1/2 Meile einen steilen Pfad den Berg hoch zu laufen durch einen - wie Arne meinte - tiefen, dunklen Wald. Leider erreichten wir auf unserem Weg nicht wie eigentlich geplant die Ortschaft, sondern lediglich Craigdarroch House, ein etwas abgelegenes, exklusives Hotel mit fantastischem Blick über den See, das am späten Vormittag jedoch noch geschlossen hatte. Also wanderten wir eine kurvige Straße wieder hinab Richtung Hafen und entdeckten dabei noch einen kleinen Wasserfall. Wir schipperten später weiter über den großen See bis zum Ende des Loch Ness nach Fort Augustus. Hier staute sich der Verkehr ein wenig und bis zum Abend waren fast alle Anlegeplätze belegt, denn zu dieser Jahreszeit arbeiten die Brücken- und Schleusenwärter an Sonntagen nicht. Nach dem Abendessen an Bord besichtigten wir die beeindruckende Schleusenanlage (immerhin 5 Kammern hintereinander sowie zu Anfang eine Drehbrücke) und das kleine malerische Städtchen, das auch Attraktion für viele Busausflügler ist.
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