Schottland 1999Reisetagebuch unserer Schottland-Reise vom 23.04.1999 bis zum 07.05.1999
In diesem Jahr erfüllten wir uns einen langgehegten Traum:
eine Schottlandreise, bei der wir unter anderem unbedingt "NESSIE" - das legendäre Monster aus Loch Ness - besuchen wollten.
Also beschlossen wir, dort ein Boot zu chartern und damit den Caledonian Canal zu befahren.
1. Tag: Freitag, den 23. April 1999 Frühmorgens um 5.15 Uhr war die Nacht für uns zu Ende und die Urlaubsreise konnte beginnen. Nach einer kurzen S-Bahnfahrt flogen wir mit British Airways von Frankfurt über London-Gatwick nach Inverness, der Hauptstadt der schottischen Highlands. Vom 13 km entfernten Flughafen brachte uns ein netter Taxifahrer zu unserem Bootsvermieter Caley Cruisers, einem Familienunternehmen, das schon seit 1970 Motoryachten auf dem Caledonian Canal vermietet. Es erwartete uns ein freundlicher Empfang ohne große Formalitäten, keiner verlangte irgendwelche Papiere, Pass, Reise- bzw. Buchungsbestätigung. Wenige Minuten nach unserer Ankunft konnten wir unser Boot "Loch Leven" übernehmen und unsere Reisetaschen an Bord verstauen. Als alte "Bootshasen" wussten wir, dass Koffer für eine Bootstour wegen des begrenzten Stauraumes absolut unpraktikabel sind.
Unser nicht mehr ganz neues, aber sehr gut gepflegtes Boot gehörte zur Iona-Class, war ca. 9 m lang und etwa 3,30 m breit. Die Koje in der Bugkabine war ausreichend für uns beide Erwachsene sowie unseren 3-jährigen Junior. Im Steuerstand hatten wir noch zwei weitere Liegemöglichkeiten, die wir während unseres zweiwöchigen Urlaubs häufig für unsere Mittagsschläfchen verwendet haben. Der Salon diente uns außerdem als windgeschützter und sonniger "Wintergarten mit Terrasse", und wurde im Laufe der Reise von unserem Sohn zum sogenannten "Spielzimmer" erklärt. Das Hausboot verfügte über eine komplette Küche mit allen erforderlichen Küchenutensilien, Gasherd, Warmwasserversorgung, Toilette und Dusche. Decken, Kissen und Handtücher waren mehr als ausreichend vorhanden. Auf dem Dach des Steuerstandes war ein Schlauchboot vertaut, welches wir allerdings nie genutzt hatten, denn wir erwarteten ansonsten ein "Mann-(bzw. Kind)-über-Bord-Manöver" mit unserem Nachwuchs. Der Trick mit dem Boot auf dem Dach war wesentlich praktischer als die uns bisher aus Irland bekannte Version, ein Dinghi an einem Seil hinterherzuziehen, das dann beim Rückwärtsfahren dauernd im Weg ist. Weshalb wir das Beiboot dort auch immer in der Marina zurückgelassen hatten.
Die Handhabung des Bootes war insgesamt unproblematisch und hatte lediglich eine Besonderheit: die Antriebsschraube lag noch hinter dem Heck des Bootes, ähnlich einem Außenborder, sodass der Kabinenkreuzer extrem handlich und wendig war. Im Gegensatz zu den Motoryachten, die wir in früherer Zeit gechartert hatten, war auch das Rückwärtsfahren relativ problemlos, allerdings ließ der Geradeauslauf durch den nur wenige Zentimeter betragenden Tiefgang, insbesondere bei Wind, etwas zu wünschen übrig, d.h. es waren ständig kleinere Richtungskorrekturen erforderlich. Letztlich aber auch keine große Sache.
Nachdem wir an der Dochgarroch Lock durchgeschleust hatten, beschlossen wir, nicht mehr zur Marina zurückzufahren, sondern hier anzulegen und die erste Nacht bereits im Kanal zu verbringen. Die Schleuse am Beginn des Loch Dochfour war sehr schön gelegen und auch hübsch gestaltet. Unter anderem gab es einen Nachbau der Schleusenanlage aus Legosteinen mit Spielzeugfahrzeugen etc. Der bei der Einweisung eingeschlafene Bootsmann Arne war zwischenzeitlich auch wieder erwacht und wir machten einen kleinen Spaziergang.
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