Reisetagebuch Frankreich 1992



    5. Tag: Mittwoch, den 28.08.1992


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    Nachdem wir ausgiebig geschlafen hatten, sind wir nach Caretan gefahren. Dort diskutierten wir eingehend die weltweite Währungssituation anhand eines Le-Monde-Artikels bei zwei großen Tassen Kaffee. Wir hatten ja keinen Kühlschrank an Bord, nur eine kleine Styroporbox, daher war häufiges Einkaufen in kleinen Mengen für den jeweiligen täglichen Bedarf angesagt. Also erstanden wir auch heute Essen und Trinken in einem Supermarkt und fuhren über Valognes nach Bricquebec. Dort fanden wir in einem schmalen, verwachsenen Feldweg mit Wasserlauf einen schönen Platz und verbrachten da den Nachmittag. Später fuhren wir dann in das kleine, mittelalterliche Städtchen, lieferten dort zuerst die zwischenzeitlich geschriebenen Postkarten bei der örtlichen Post ab, telefonierten kurz mit Frankfurt und haben in einem Cafe angefangen unser Tagebuch zu verfassen. Bei einem anschließenden Stadtrundgang entdeckten wir, dass in der Burg aus dem Jahr 912 ein Hotel- und Restaurantbetrieb eingerichtet war. Wir haben spontan beschlossen, uns dort Unterkunft für die Nacht zu nehmen. Die Hausdame bot uns Zimmer Nummer 4 im ersten Stock mit Dusche und WC an. Das Hotelzimmer war ganz toll, mit mittelalterlichen dicken Mauern und schönen alten Möbeln. Nachdem wir ausgiebig geduscht hatten, nahmen wir ein vorzügliches Abendmahl im Rittersaal der alten Burg ein. Die Vorspeise waren Muscheln mit einer köstlichen Petersilien-Sahne-Sauce. Als Hauptspeise reichte man uns Hasenkeule mit Beilagen und einer vorzüglichen, mit Cidre abgeschmeckten Sauce. Nach der obligatorischen leckeren Käseplatte gab es zum Dessert noch köstliches Fruchtsorbet und Kaffee. Nach 2 1/2 Stunden hatten wir alles, inklusive einer Flasche Rosewein, vertilgt und waren mehr als satt. Die Nacht im romantischen alten Burggemäuer war einfach wunderschön.


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    6. Tag: Donnerstag, den 27.08.1992

    Ein ausgiebiges, typisch französisches Frühstück in der alten Ritterburg in Bricquebec machte uns fit für den nächsten Tag. Zunächst fuhren wir ganz bis an die Küste nach Carteret und unternahmen einen sehr schönen, ausgiebigen Strandspaziergang. Wir suchten und fanden Muscheln am Strand und bei den Uferbefestigungen, beobachteten die Möwen und Albatrosse sowie ein paar Leute, die Drachen steigen ließen, und genossen die frische, wohltuende Seeluft. Einige mutige Menschen gingen sogar ins Wasser, aber uns erschien es dazu nicht warm genug und viel zu windig. Obwohl es heute direkt mal richtig sonnig war.


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    Im nahegelegenen Barneville tankten wir den VW-Bus auf und gingen wie so oft im Supermarkt einkaufen. Mit aufgefrischten Vorräten sind wir dann ein Stück weitergefahren in Richtung Cherbourg und hielten in einem kleinen Feldweg abseits der Hauptstraße zur Rast an. Da sich die ominösen Darmbeschwerden bei Klaus mal wieder meldeten, beschlossen wir den Rest des Tages und auch die Nacht hier zu verbringen. Klaus setzte derweil immer wieder viele Häufchen in die schöne Landschaft, und wir lasen ausgiebig unsere mitgebrachten Bücher. Soweit er Zeit dafür fand, war es bei Klaus sinnigerweise der "Medicus". Außerdem hielten wir "Diät".


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    7. Tag: Freitag, den 28.08.1992

    Am nächsten Morgen fuhren wir nach Les Pieux. Im alten Ortszentrum war gerade Markt, über den wir zunächst schlenderten, um dann anschließend noch kurz die interessante Kirche zu besichtigten. Danach tranken wir in einem Cafe mit Rücksicht auf unsere angegriffenen Verdauungsorgane schwarzen Tee statt dem sonst üblichen schwarzen Kaffee. Der Tee bekam Heike allerdings nicht so gut. Deshalb kauften wir in einer Apotheke eine chemische Durchfall-Keule und erstanden dann noch ein paar diätische Lebensmittel. Sodann gingen wir zur Post und starteten einen zweiten, diesmal erfolgreichen Versuch Bad Dürkheim telefonisch zu erreichen. Weiter ging es nun Richtung Cherbourg. In einem abgelegenen Seitenweg ca. 12 km vor Cherbourg fanden wir ein wunderschönes verschwiegenes Plätzchen in einer kleinen Waldlichtung, wo wir den Nachmittag und auch die Nacht verbrachten. Als Nachmittags-Speise gab es unseren speziellen Mint-Mix aus der Apotheke. Abends sind wir zurück nach Les Pieux gefahren und haben in einem kleinen Lokal zunächst Schnecken und dann "Julienne"-Fisch mit Beilagen genossen.


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