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Reisetagebuch Frankreich 1990
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6. Tag: Dienstag, den 21.08.1990 In der Fernfahrerkneipe haben wir morgens erst mal einen Kaffee getrunken. Fahrstrecke: von Jugon auf der Fernstraße über St. Brieuc nach Guingamp (Telefonate nach Hause auf dem Postamt) und weiter in Richtung Plouigneau. Dort haben wir einen Rastplatz gesucht und auch bald bei einem Maisfeld hinter einer Hecke in der Nähe der Straße gefunden. Zum Abendessen sind wir dann später noch in eine Pizzeria gefahren. Doch italienisches Essen erscheint in Frankreich nicht sehr empfehlenswert, denn das Essen war zwar eher mäßig, dafür waren aber die Preise relativ hoch. Bei der Rückfahrt haben wir noch einen Schlafplatz in der Nähe einer Weide ausprobiert, doch die dortigen Rindviehcher waren viel zu neurotisch. Sie rannten herbei und lärmten die ganze Zeit. Wir fuhren daher zurück zu dem anderen Rastplatz und haben dort gut geschlafen.
7. Tag: Mittwoch, den 22.08.1990 Zunächst kam die Weiterfahrt nach Morlaix. In einem Einkaufszentrum haben wir unser heutiges Mittagessen eingekauft. Zuvor hatten wir längere Zeit vergeblich nach einer Wasch- oder Duschmöglichkeit gesucht (z.B. am Bahnhof und beim Schwimmbad). Im Einkaufszentrum haben wir dann erst einmal Kaffee getrunken. Heutige Fahrstrecke: von Morlaix über St. Pol de Leon Richtung Plouescat. Bei Sibril haben wir einen sehr schönen Sandstrand entdeckt. Wir unternahmen sogleich unseren ersten Strandspaziergang bei Ebbe. Das Meer war sehr weit weg (ca. 15 Minuten zu Fuß bis zum Wasser). Nach einer längeren Erkundung der Gegend mit einem weiteren Strandspaziergang haben wir dann in der Nähe eines Viadukts einen sehr schönen Schlafplatz für die nächste Nacht gefunden. Während der Suche fürchtete Heike, dass der alte klapprige VW-Bus auf einem sehr steilen Weg umfällt. Außerdem hatten wir eine komplizierte Rückwärtsfahrt über einen Feldweg mit engen Kurven und Steinmauern. Klaus hat das Verschieben der Mauern mit dem Bus versucht. Das war jedoch nicht möglich, denn der Klügere gab nach und der Bus war offensichtlich schlauer als die Mauer. In einem sehr vornehmen Restaurant direkt am Meer haben wir später zu Abend gegessen. Das Meer kam bis zum Lokal (das war wohl die sogenannte Flut). Als Vorspeise haben wir Austern probiert und für nicht wirklich gut befunden (recht salzig und glibberig). Morgens hatten wir dann zur Abwechslung keine Reiter wie zuvor, sondern diesmal einen Fahrradfahrer.
8. Tag: Donnerstag, den 23.08.1990 In einer nahegelegenen Bar haben wir am nächsten Morgen erst Kaffee getrunken. Daraufhin sind wir dann wieder an den Strand gefahren. Dort waren fast keine Leute. Wir haben gelesen, Knäckebrot gegessen, ein Sonnenbad genommen und wollten dann auch im Meer baden. Aber der Atlantik war nicht nur sehr salzig, sondern auch relativ kalt. Daher sind wir nur bis zu den Knien ins Wasser gegangen. Am späten Nachmittag sind wir wegen der großen Hitze zurück zu unserem Schlafplatz gefahren und haben dort mit Evian (Mineralwasser) "geduscht" und Zähne geputzt. Am Abend sind wir zum nächsten Hafen gefahren und haben dort sehr gut gegessen. (Vorspeise: eine große Portion Krabben und Gänseleberpastete. Hauptspeise: mit Meeresfrüchten gefüllte Paprika. Nachspeise: Banane Melba. 9. Tag: Freitag, den 24.08.1990 In Sibril haben wir morgens Kaffee getrunken. Anschließend haben wir uns den kleinen Markt im Ort angeschaut und waren danach im Supermarkt einkaufen. Wir sind dann weiter nach Lesneven zum Soldatenfriedhof gefahren und haben das Grab von Jakob Öhlenschläger (Großvater von Klaus) besucht. Weiterfahrt nach Plouguerneau. Nachmittags haben wir in der Nähe einen sehr schönen Rast- und Schlafplatz am Feldrand bei einem Waldstück mit Blick auf die ganze Bucht und den Hafen gefunden. Abends hatten wir ein eher mäßiges Abendessen, aber eine schöne Nacht mit einer Flasche Rotwein und einem guten Gespräch bis 2.45 Uhr.
10. Tag: Samstag, den 25.08.1990 Nachdem es in der Nacht zuvor so spät geworden war, sind wir daher erst gegen 12.00 Uhr aufgewacht und noch viel später aufgebrochen. In Lannilis haben wir Kaffee getrunken und sind danach im nächsten Supermarkt noch einkaufen gegangen. Dann sind wir weiter an der Küste entlang. Das ist dort eine sehr wilde Gegend mit vielen Buchten und insgesamt schon sehr zerklüftet. Heike ist nach Tagen erstmals wieder eine längere Strecke mit dem VW-Bus selbst gefahren. Zunächst ging es bis nach Le Conquet. Nach einer kurzen Hafenbesichtigung sind wir weitergefahren bis an den westlichsten Punkt der Bretagne: Pointe de St. Matthieu. Danach haben wir einen Schlafplatz gesucht und auch einen Rastplatz in einem Sumpfgebiet gefunden. Auf Grund des Sumpfes hatten wir allerdings zunächst etwas Bedenken wegen eventueller Probleme mit Schnaken und Mücken. Diese Befürchtungen erschienen zunächst jedoch unbegründet. Denn wir haben gegessen und ca. zwei Stunden Pause gemacht und sind dabei nicht von den Insekten angegriffen und aufgefressen worden, obwohl die VW-Bus-Tür die ganze Zeit offen stand. Nach der Rast sind wir dann zurück zum Hafen gefahren und haben eine halbstündige Schiffstour mit der Fähre nach der Ile de Molene unternommen. Nach einer Stunde Inselbesichtigung haben wir in einer Bar Kaffee getrunken. Anschließend an die Rückfahrt mit dem Schiff nach Le Conquet sind wir dann gegen 20.00 Uhr ins Hafenrestaurant zum Essen gegangen. Dort haben wir sehr lecker und preiswert gegessen. Es gab "Clownzucker" zum Kaffee. Danach sind wir wieder zurück zum Rastplatz gefahren. Dort erlebten wir allerdings eine recht unangenehme Überraschung: leider lief hier jetzt eine lautstarke Dieselpumpe. Wir haben zwar einen anderen Platz gesucht, aber in der Dunkelheit leider nicht gefunden. Nachdem wir wieder in das Sumpfgebiet zurückgekehrt sind, haben wir es uns trotz Lärm und Stechmücken mit einer Flasche Rotwein gemütlich gemacht. Mitten in der Nacht avanciert Klaus dann vom einfachen FT zum erfolgreichen MT (6-auf-einen-Streich).
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