Frankreich 1990Reisetagebuch unserer VW-Bus-Reise vom 16.08.1990 bis zum 31.08.1990
1. Tag: Donnerstag, den 16.08.1990 Nachdem wir (Heike und Klaus) zunächst in Frankfurt-Niederrad ausgiebig ausgeschlafen hatten war folglich der Start in unseren ersten gemeinsamen Urlaub erst am späten Vormittag. Die erste Fahrstrecke: Ffm - Bingen - Bad Kreuznach - Idar Oberstein (Edelsteinstraße) - Trier - Luxemburg - Belgien - Sedan (F). Am Nachmittag machten wir unsere erste Fahrtunterbrechung an einem sehr malerischen See nahe der Landstraße. Wir aßen zunächst von unseren mitgebrachten Vorräten, machten später einen kleinen Spaziergang am Wasser und lasen dann in unserer mitgebrachten Literatur bis zur Dunkelheit. Ab ca. 21.00 Uhr haben wir schon wieder geschlafen. Die Weiterfahrt war dann allerdings bereits auch schon gegen 4.00 Uhr morgens nach einem lang anhaltenden nächtlichen Regenschauer zunächst über einige verschlammte Wege, die unseren betagten VW-Bus ganz schön ins Schlingern brachten.
2. Tag: Freitag, den 17.08.1990 Wir hatten unser erstes französisches Frühstück in einer typischen Fernfahrerkneipe. Der Wirt besorgte sogar extra Croissants beim Bäcker in der Nähe für uns. Trotzdem war das unser billigstes Frühstück im ganzen Urlaub. Mittags nahmen wir uns erst einmal zwei Stunden Pause zum Schlafen. Fahrstrecke: Sedan - Charleville - St. Quentin - Amiens - Dieppe. Damit waren wir nunmehr in der Normandie. Hier gab es eine ganz tolle Steilküste. Wir machten einen längeren Spaziergang an der Ufer-Promenade in Dieppe. Dort haben wir viele seltsame Steine mit eigentümlichen Löchern entdeckt. Weiterfahrt nach St. Valerie en Caux. Zunächst tätigten wir einen kleinen Einkauf und später machten wir dann noch einen ausgiebigen Spaziergang am Hafen. Am Nachmittag hatten wir eine längere Pause auf einem ruhigen Platz mitten im Wald. Abends haben wir erst lange nach einem Restaurant gesucht und dann den alten Platz im Wald nicht wieder gefunden. Nach langer langer Suche (über zwei Stunden) nach dem alten bzw. einem geeigneten neuen Platz haben wir dann zuletzt einfach zwischen zwei Kuhweiden angehalten und geschlafen. Am nächsten Morgen wurden wir durch einen Bauern geweckt, der seine durstigen Milchkühe tränken wollte.
3. Tag: Samstag, den 18.08.1990 Morgens haben wir zunächst in Yvetot gefrühstückt und später dort auch in einem Delikatessen-Geschäft eingekauft. Nicht nur hier, sondern insgesamt waren die Preise für Lebensmittel in Frankreich relativ hoch. Daraufhin haben wir erst einmal auf einer einsamen Wiese Heikes Kopfschmerzen kuriert, sowie eine längere Rast- und Essenspause gemacht. Weiterfahrt über die Seine-Mündung (eine Brücke mit Maut) - Schnellstraße Caen - Bayeaux. Bei Bayeaux haben wir nach relativ kurzer Suche einen sehr schönen und recht verschwiegenen Platz zwischen Maisfeldern nahe einer wenig befahrenen Eisenbahnlinie gefunden. Abends sind wir sehr gut Essen gegangen. Morgens wurden wir dann von mehreren Reitern geweckt, die offensichtlich einen Ausflug in der Gegend machten.
4. Tag: Sonntag, den 19.08.1990 Nach dem Aufstehen genossen wir zunächst ein kleines leckeres Kaffee-Frühstück in einem Cafe in Bayeux. Später besuchten wir dann ein Museum (Tapisserie) und besichtigten die Altstadt. Mittags aßen wir in einer Creperie. Heike vergaß dort die Karten von der Tapisserie. Fahrstrecke: Bayeux - St Lo - Contances - Granville (ein sehr schöner Ort - Felsenstadt am Meer). Wir erlebten damit eine sehr schöne Fahrt entlang der Küste. Bei Avranches haben wir unterwegs vergeblich nach einem Übernachtungsplatz gesucht. Daraufhin folgte die Weiterfahrt bis in die Nähe des Mont St. Michel. Dort haben wir einen recht malerischen Schlafplatz in einer Baumallee zwischen den Feldern gefunden. Unser Abendessen hatten wir ganz in der Nähe in einem halbfertigen Restaurant mit Miesmuscheln, einem Fischfilet und Creme Caramel.
5. Tag: Montag, den 20.08.1990 Am Morgen haben wir zunächst den Le Mont St. Michel besucht. Dort war es wirklich sehr interessant, aber doch leider viel zu viele Touristen. Unsere Fahrstrecke: Mont St. Michel - Dinan (= Bretagne) - Jugon Les Lacs - bis nahe St. Igneuc. Wir haben längere Zeit nach Verpflegung suchen müssen und nur lauter "ausgestorbene" Dörfer gefunden. Endlich haben wir dann doch irgendwie noch ein Baguette aufgetrieben. Aber alle unsere mitgebrachten Vorräte waren inzwischen schlecht geworden und das neuerworbene Brot war letztlich dann auch noch alt. Unseren ersten Rastplatz mussten wir alsbald wegen rechtswidrig abgelagerter, massenhafter Krebsleichen auch gleich wieder verlassen. Wir haben aber bald unseren entgültigen Schlafplatz mitten im Wald hinter einem sehr großen Holzstoß mit Feuerholz für mehrere Jahre gefunden. Abends haben wir in einer Fernfahrer-Raststätte bei Jugon Les Lacs gut und preiswert gegessen. Es gab dort eine große leckere Vorspeisentheke und und ein tolles schmackhaftes saftiges Steak, obwohl eigentlich "falsch geschnitten". Zurück an unserer Lagerstelle haben wir noch ein wenig gelesen. "Friedhof der Kuscheltiere" von Stephen King war als abendliche Lektüre in dieser einsamen Gegend allerdings eher suboptimal.
|