Reisetagebuch Irland 1996





    4. Tag: Dienstag, den 27.08.1996

    Arne weckte uns etwas früher als gewöhnlich, da er ein sehr großes Loch im Bauch verspürte. Offensichtlich läutete er mit diesem Frühstück die planmäßige 6-Monats-Fressphase ein. Nach einem kleinen Schwätzchen mit nordirischen Bootsausflüglern, (die uns erzählten, dass sie auch mit ihrem damals 5 1/2 Monate alten Baby Boot gefahren waren), legten wir ab und erreichten nach einigen Kilometern eine Kreuzung der Wasserwege mit Hinweisschildern. Dies war der Beginn des Shannon-Erne-Waterways.

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      Das alte Kanalsystem ist schon 150 Jahre alt. Es wurde jedoch früher kaum genutzt, da es mit der damals ebenfalls aufkommenden Eisenbahn nicht konkurrieren konnte, sodass es schließlich verfiel. In den Jahren 1990 bis 1993 wurde eine aufwendige Renovierung für den Boots-Tourismus mit Hilfe von EG-Subventionen durchgeführt. Die 62 km lange Kanalstrecke ist mit 16 Schleusen und 34 Brücken versehen und verbindet den Erne mit dem Shannon. Die Rekonstruktion hat die Schleusen und Brücken an ihrem alten Platz belassen, es wurden nur kleine Veränderungen in den Abmessungen vorgenommen und der Kanal wurde auf 8 Meter verbreitert. Ansonsten mussten fast alle Brücken repariert oder erneuert, die Schleusen instandgesetzt und modernisiert sowie der gesamte Waterway neu ausgebaggert werden. Insgesamt 6 Seen werden durchfahren und mehrere kleine Dörfer und zwei nette Städtchen liegen am Weg. Auf der Strecke gibt es 6 öffentliche Anlegestellen mit Wasserzapfstellen, Duschen, WC, Waschmaschine und Wäschetrockner.

    An der ersten Anlegestelle namens Aghalane machten wir fest und testeten die Serviceeinrichtungen. Zunächst füllten wir unseren Wassertank auf und danach duschten wir ausgiebig.

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    Frisch gewaschen und nach einer Tasse Tee setzten wir dann unsere Reise fort. Wir kamen bald zur ersten vollautomatischen Schleuse. Nach dem Aufschleusen entpuppte sich der freundliche "Schleusenwärter" als zufällig vorbeigekommener irischer Ausflügler, der eben ein sehr hilfsbereiter Mensch war. Wir fuhren weiter bis Ballyconnell. Der mehrfache Gewinner des Preises für die sauberste Stadt Irlands liegt am Fuße des Slieve Russel Berges (406 m). Die Stadt hat ihren Namen von dem legendären Krieger Conal Cearnach aus der keltischen Eisenzeit, der am Fluss seinen Tod fand. Als wir im Hafen eintrafen, lagen dort nur zwei einheimische Boote. Aber bis 23.00 Uhr war die Anlegestelle dann gerammelt voll. Hinter uns machte William, 5 Monate, mit seiner Familie fest. Wir genossen den warmen, sehr sonnigen Nachmittag, erkundeten den Ort, gingen einkaufen und erledigten unsere Pflichttelefonate nach Deutschland. Nach einer ausgiebigen Ruhepause, bei der wir eine Horde Kinder beim Baden und Kanufahren beobachteten, spazierten wir gegen 22.00 Uhr nochmals ins Städtchen um uns in einer Musikkneipe unseren ersten traditionelle Bailey´s bzw. Guinness zu genehmigen. Arne lauschte der Life-Musik, hatte aber nach etwa einer Stunde keine Kondition mehr, sodass wir alsbald unsere gemütlichen Kojen aufsuchten. Übrigens: unser Knabe hat jetzt 1 1/2 Zähne.

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    5. Tag: Mittwoch, den 28.08.1996

    Heute ist Arne´s 1/2. Geburtstag und deshalb schliefen wir bis 10.30 Uhr! Unsere Reise ging heute durch eine sehr malerische Kanal- und Flusslandschaft, sowie durch eine Reihe von kleineren flachen Seen. Wir überwanden mehrere Schleusen; zwei davon meisterten wir sogar ganz allein. Unsere Lunchpause machten wir an einer kleinen Anlegestelle bei der Brücke am Coologe Lough.

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    Wir fuhren bis Ballinamore und legten im alten Hafenbecken an. Da die anderen Motorboote sich auf zwei weitere neue Hafenanlagen verteilen konnten, waren wir hier ganz ungestört und wurden auch noch die ganze Nacht von einer großen Entenhorde bewacht. Nach dem Einkauf im Supermarkt und einem Stadtbummel genehmigten wir uns jeweils einen Fisch- und Cheeseburger sowie einen englischen Rotwein, der wohl mal ein Portwein werden sollte.

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