Irland 1996

Reisetagebuch unserer Nordirland-Reise vom 24.08.1996 bis zum 06.09.1996


Irland


    1. Tag: Samstag, den 24.08.1996

    Unser Flugzeug startete erst um 17.25 Uhr, also blieb uns genügend Zeit, um erst am Samstag morgen die Koffer zu packen und uns reisefertig zu machen. Unser erster Urlaub mit Kind resultierte in 62,5 kg Gepäck. Sicherheitshalber hatten wir bereits vorher Übergepäck angemeldet. 20 kg "Anglerbedarf" pro zahlendem Fluggast waren zusätzlich frei. Unsere "Angelausrüstung" bestand allerdings in einem Kindersitz und einer Großpackung ungebleichter Fertigwindeln sowie reichlich Sojamilchpulver. Großer Bahnhof am Flughafen: die Frankfurter Großeltern verabschiedeten ihren Enkel und nahmen dabei großzügigerweise die Eltern auch mit. Der Flug war auch für unseren Knaben völlig problemlos. Nur die Freundlichkeit der Crew der Hamburg Airlines hielt sich in sehr engen Grenzen. Außerdem ärgerte Arne das Rumstehen auf dem Flugfeld genauso wie üblicherweise die lästige Warterei vor einer roten Ampel im Auto. Wir flogen ohne Zwischenlandung direkt nach Knock. Der International Airport hatte eine Abfertigungshalle, die nur unwesentlich größer als eine Pommesbude war. Da wir derzeit der einzige Flieger auf dem gesamten Flughafen waren, war das Gepäck innerhalb von 10 Minuten bei seinen Besitzern. Mit dem Autobus wurden wir und zwei weitere Reisegruppen zu unserer Marina "Erincurrach Cruising" in Blaney bei Enniskillen gefahren. Die Busfahrt war sehr schön und führte über Sligo am Atlantik vorbei bis zum Erne. Nach fast zwei Stunden erreichten wir unseren Heimathafen und wurden gleich zu unserem Kabienenkreuzer vom Typ Bounty 24 gebracht. Die Vermieter waren insbesondere wegen des Kindes sehr um unser Wohl besorgt, fragten mehrfach nach, ob wir auch genügend Decken und Handtücher hätten. Nach der Bewältigung kleinerer Probleme mit dem Herd (irgendjemand hatte vergessen, die Gasflasche anzuschließen), schenkten sie uns zur Ankunft sogar noch eine Flasche französischen Rotwein. Wir übernachteten in dem schönen, modernen Hafen mit Dusche, WC usw. Am nächsten Mittag bekamen wir eine Kurzeinweisung für unseren Motorkreuzer. Ein echtes Familienboot (nicht mehr das neuste, aber sehr gepflegt) mit großer Küchenausstattung, Wäscheleine, extra viel Handtüchern und Bettwäsche für Arne. Unsere per Fax bestellten Lebensmittel waren auch schon an Bord.

    Marina Bounty 24


    2. Tag: Sonntag, den 25.08.1996

      Der Erne ist ein sehr schöner Fluss mit zwei malerischen Seen und vielen Inseln.
      Er ist als 64 km lange Wasserstraße von Belturbet bis Belleek schiffbar.

    Wir starteten unsere Bootsreise im mittleren Teil des Lower Lough Erne bei Blaney mit der Fahrt flussaufwärts bis nach Enniskillen, der Hauptstadt der Grafschaft Fermanagh. Man kann sich die Fahrtroute um die vielen Inseln meist aussuchen. Wir fuhren bis zum Ende des großen Sees und legten in der interessanten Stadt an einer neuen Jetty eines Einkaufszentrums an. Große Autoparkplätze bei einem Shopping-Center sind ja normal, aber eine Bootsanlegestelle bei einem Supermarkt fanden wir dagegen schon sehr außergewöhnlich. Wir unternahmen einen längeren Stadtbummel, erstanden die Chipkarte für die Shannon-Erne-Waterway Kanalbenutzung und kauften uns zwei riesige Eisbecher (u.a. mit Guinness-Eis !). Abends nahmen wir unser erstes Dinner an Bord ein und machten es uns mit viel Lesestoff versorgt an Bord gemütlich.

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    3. Tag: Montag, den 26.08.1996

    Nun ist es unverkennbar: Arne zahnt! Aber er ist dennoch ein toller Bootsmann. Am späten Vormittag, nachdem wir alle drei erst einmal ausgeschlafen und ein kleines Frühstück zu uns genommen hatten, starteten wir, um den Erne durch ein weitverzweigtes Fluss- und Seengebiet weiter hinaufzufahren. Ohne unsere Karte gäbe es hier sicherlich große Probleme. Der Upper Lough Erne ist generell ein seichtes Gewässer. Seine zahlreichen großen und kleinen Inseln haben meist flach auslaufende Ufer. Wir fanden auf unserer gemütlichen Fahrt im Fahrradtempo einen schönen Hafen namens Crom mit einer Burgruine, doch der Anlegesteg war aufgrund gesteigerten Interesses anderer Bootstouristen sehr voll. Außerdem fing es just in dem Moment, in dem wir anlegen wollten, heftig zu regnen an, sodass wir das Manöver abbrachen und uns einen Platz in der gegenüberliegenden Bucht suchten. An der Trial Bay Jetty war es landschaftlich sehr reizvoll und vor allem recht verschwiegen. Bis zur Nacht kamen nur noch drei weitere Kabienenkreuzer. Vor dem Abendessen machten wir einen kleinen Spaziergang in der näheren Umgebung und bewunderten dabei die unzähligen Heckengewächse. Nachts war der See spiegelglatt.

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