Reisetagebuch Main 2005



    2. Tag: Mittwoch, der 24.08.2005

    Im Laufe der Nacht hatte es angefangen heftig zu regnen. Immer wieder hörten wir deutlich die Regentropfen auf dem Bootsdach. Die Sanitäranlagen erreichten wir am Morgen zwar noch trockenen Fußes, aber bei unserem Morgenkaffe setzte ein weiterer Regenguss ein. Also tranken wir beide gemütlich eine weitere Tasse Kaffee und warteten den Schauer ab. Bei aufklarendem Himmel verließen wir dann den gastlichen Ort. Der weitere Tag war zwar bewölkt aber trocken. Wir fuhren weiter den Main hinauf und kamen an die Schleuse Obernau. Auch diese Schleuse hat eine Sportbootschleuse, aber selbige war mit 2,50 m Breite zu schmal für unser Motorboot. Also mussten wir die Schleuse für die Großschifffahrt benutzen. Eine Kammer mit knapp 300 m Länge, einer Breite von 12,00 m und einer Hubhöhe von 4,01 m. Heike meldete uns über UKW-Funk beim Schleusenwärter an und da auf absehbare Zeit kein Berufsschiffer angekündigt war, wurden wir ganz alleine in der riesigen Schleuse hochgeschleust. Dabei wurden wir von den Wassermassen mit unserem kleinen Boot ganz schön durchgeschüttelt.


    Main Main


    Einige Kilometer weiter bei Groß- und Kleinwallstadt kam dann die Schleuse Wallstadt mit ganz ähnlichen Abmessungen wie die Schleuse zuvor. Auch hier wurden wir nach vorheriger Anmeldung per Funk wieder ganz alleine heraufgeschleust.


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    Weiter ging es den Main aufwärts durch die überaus interessante Landschaft zwischen Spessart und Odenwald. Zeitweise übernahm Heike das Steuer. Es gab nur wenig Schiffsverkehr. Ganz selten kam uns ein Frachter oder ein anderes Motorboot entgegen. Wir hatten den Fluss fast ganz für uns alleine. Gelegentlich sahen wir ein paar Angler oder Spaziergänger am Ufer. Unterwegs aßen wir während der Fahrt ein paar Käse- und Salamibrote und tranken einen Becher Kaffee an Bord.


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    Es folgte bald die Großschleuse Klingenberg. Wie bei den beiden anderen Schleusen wurden wir auch hier ganz alleine nach vorheriger Anmeldung per UKW-Funk heraufgeschleust. Bevor wir allerdings in die Schleuse einfahren konnten, mussten wir die Ausfahrt eines großen Ausflugsbootes abwarten.


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    Und auch noch eine vierte Schleuse war heute noch zu bewältigen, die Schleuse Heubach, zwischen Großheubach und Kleinheubach gelegen. Unter den gleichen Bedingungen wie bereits zuvor.


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    Bald nach der letzten Schleuse erreichten wir unser heutiges Tagesziel, die Stadt Miltenberg. Wir fanden freundliche Aufnahme beim Yacht-Club Miltenberg e.V. Die Anlage ist für Boote bis maximal 14 m Länge geeignet, also für unser vergleichsweise kurzes Boot somit kein Problem. Wir bekamen auch gleich einen Liegeplatz an der Hafeneinfahrt zugewiesen. Im Clubhaus, einem architektonisch interessanten Bauwerk auf Hochwasserstelzen, tranken wir zunächst Kaffee und aßen leckeren selbstgebackenen Kuchen auf der Terrasse des Bootshauses .


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      Im Schutz der Mildenburg (erbaut um 1200) entwickelte sich die Stadt Miltenberg. Sie wurde 1237 erstmals schriftlich erwähnt. Miltenberg am Main ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises, verfügt über etwa 10.000 Einwohner und gehört seit 1816 zu Bayern. Das historische Miltenberg liegt linksmainisch am linken Knie des Mainviereckes zwischen Spessart und Odenwald. Da sich im Gebiet Miltenbergs das Bett des Mains relativ nahe dem Fuß des Odenwaldes befindet, verbleibt auf der linken Mainseite nur ein schmaler Streifen nutzbarer Fläche, die in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder vom Mainhochwasser unter Wasser gesetzt wurde. Die sich hier befindliche Altstadt nahm teilweise beträchtlichen Schaden an diesen Hochwassern. Etwa seit Beginn des 20. Jahrhunderts breitete sich Miltenberg nach Landkäufen von der Nachbargemeinde Großheubach auch auf der rechten Mainseite aus. Dort liegt auch der Sportboothafen. Miltenberg verfügt über eine historische Altstadt, die zahlreiche Fachwerkhäuser aufweist.

    Wir machten einen Spaziergang durch den malerischen Ort. Im Gasthaus Hotel "Zum Riesen" (nach eigenen Angaben das älteste Gasthaus Deutschlands) nahmen wir unser Abendmahl ein. Es schmeckte vorzüglich.