Main (D) 2005Reisetagebuch unserer Deutschland-Reise vom 23.08.2005 bis zum 26.08.2005
1. Tag: Dienstag, der 23.08.2005 Da unser Sohn Arne für eine Woche auf einer Ferienakademie weilte, hatten seine Eltern die seltene Möglichkeit ein paar Tage alleine Urlaub zu machen. Weiter entfernt liegende Gegenden waren jedoch wegen der damit verbundenen aufwändigen An- und Abreise für die relativ kurze Zeit wenig sinnvoll. Also beschlossen wir ein paar Tage mit dem Motorboot auf dem Main zu verbringen. Wir waren in den letzten 13 Jahren in vielen europäischen Ländern mit dem Boot unterwegs gewesen, in Deutschland jedoch nur recht selten und auch das dann auch nur stundenweise. Unser Charterboot "Merry Fisher 625" hatten wir bereits am Dienstag den 09.05.2005 für zwei Stunden bei unserem Bootsvermieter "Frey Yachting Hanau" vorab Probe gefahren.
 
 
In der Vergangenheit waren wir fast ausschließlich mit sogenannten Verdrängern unterwegs gewesen, diesmal hatten wir zur Abwechslung einen sehr schnellen Gleiter mit maximaler Fahrt von 27 kn (49 km/h) bei 2 Personen. Dies nutzten wir allerdings nur selten, denn das geruhsame Wasserwandern liegt uns einfach mehr. Außerdem haben wir das dann auch am Ende beim geringeren Spritverbrauch recht deutlich gespürt.
Da wir bereits am Vorabend unseren Seesack gepackt hatten und auch schon der Reiseproviant bereit lag, konnten wir ausschlafen und ganz entspannt mit dem Auto die kurze Strecke von Offenbach bis nach Hanau fahren. Mit der Mühlheimer Fähre ging es schon mal vorab über das Wasser des Mains. Kurz nach 10.00 Uhr kamen wir an der Einmündung der Kinzig in den Main an. Am dortigen Bootshaus luden wir unser Gepäck in das Boot und parkten dann den Kombi auf dem nahegelegenen öffentlichen Parkplatz. Nachdem unsere Habseligkeiten in der Kajüte verstaut und noch ein paar technische Details abgeklärt waren, konnte es nunmehr losgehen. Wir fuhren stromaufwärts, vorbei am Hanauer Hafen, Steinheim, Klein-Auheim, Grossauheim und Hainstadt. Bei Klein-Krotzenburg kamen wir zu unserer ersten Schleuse. Neben der über 300 m langen Schleuse für die Großschifffahrt gibt es hier auch noch eine 19,65 m lange und 4 m breite Sportbootschleuse mit einer Hubhöhe von 2,74 m. Vor der Schleusenkammer ging Heike an Land, denn bei den Sportbootschleusen ist Selbstbedienung angesagt.
Wir fuhren vorbei an Großkrotzenburg mit seinem hässlichen Kraftwerk, an Kahl mit seiner AKW-Ruine bis nach Seligenstadt. Hier hätten wir gerne für eine kurze Ortsbesichtigung festgemacht, aber die Anlegestellen auf dem Main sind leider äußerst rar. Bis auf ganz wenige Ausnahmen kann man lediglich in Sportboothäfen anlegen. Da haben wir in vielen anderen europäischen Ländern sehr viel bessere Erfahrungen gemacht. Weiter ging es, vorbei an Mainflingen bis zur Schleuse Kleinostheim. Die dortige 13,80 m lange Sportbootschleuse ist mit 3,50 m etwas schmaler als die vorangegangene Schleuse Krotzenburg, aber mit einer Hubhöhe von 6,80 m wesentlich tiefer. Zwischen Kleinostheim und Stockstadt machten wir an einem der wenigen Sportbootanleger mit Liegemöglichkeit außerhalb eines Yachthafens für eine kleine Kaffeepause fest.
Über Mainaschaff gelangten wir nach Aschaffenburg, unserem heutigen Tagesziel.
Vorsichtig fuhren wir in den Yachthafen ein, da Versandungen in der Durchfahrt hin und wieder möglich sind. So steht es zumindest in unserem Main-Handbuch. Die ersten Stege im Sportboothafen gehören dem Motorboot- und Wasserskiclub Aschaffenburg e.V. Am Anleger war ein Schild: "Gäste herzlich willkommen" angebracht. Dieser netten Aufforderung kamen wir sogleich nach und machten am Bootssteg fest. Der freundliche Hafenmeister wies uns alsbald unseren Liegeplatz für die Nacht an, half uns beim Festmachen und zeigte uns die örtlichern sanitären Anlagen.
Als erstes besuchten wir dann das nahegelegene Ausstellungsschiff "MS Einstein", tranken dort gemütlich einen Kaffee und erkundeten die sehr interessante Ausstellung über Albert Einstein.
Man erfährt hier beispielsweise warum die Zeit für einen Astronauten während einer Raketenfahrt langsamer vergeht als auf der Erde. Es wird erläutert, warum das moderne Navigationssystem im Auto ohne Einsteins Relativitätstheorie den Fahrer nach kurzer Zeit vermutlich in die Irre leiten würde. In einem interessanten Grundlagenexponat wird den Besuchern die erstaunliche Eigenschaft des Lichtes erklärt, gleichzeitig Welle und Teilchen zu sein. Und in einem anderen Experiment können die Besucher der MS Einstein den photoelektrischen Effekt - das Ablösen eines Elektrons aus einem Atom mit Hilfe von Licht - selbst ausprobieren und ihre Erkenntnisse anhand einer Rechner-Simulation überprüfen. Welchen Nutzen Einsteins Theorie für die Versorgung mit Solarenergie hat, zeigt ein weiteres interaktives Exponat.
Danach machten wir noch einen ausgiebigen Spaziergang durch den historischen Ort. Wir kehrten im Wirtshaus "Zum Feger" in der Schlossgasse ein, wo wir vorzügliche regionale Spezialitäten speisten. Das Wetter war warm und trocken und so konnten wir lange im Innenhof des Lokals sitzen. Spät am Abend legten wir uns in unsere Koje und schliefen sehr bald ein.
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