|
Reisetagebuch Irland 1994
|
|
4. Tag: Dienstag, den 26.04.1994 Am Morgen nahmen wir Kurs auf die gegenüberliegende Seeseite nach Terryglas. Wir legten an der Außenseite des Hafenkais an und genehmigten uns bei strahlendem Sonnenschein ein Frühstück. Dann machten wir uns auf und begannen mit der Fahrt über den Lough Derg. Das Wetter blieb weiterhin sonnig, aber bald nachdem wir die schützenden Hafengewässer verlassen hatten, kam ein recht starker Wind auf. Der Seegang war dementsprechend hoch, sodass bei Heike das Schiff doch relativ willkürlich auf den Wellen tanzte.
Es bedurfte daher des "Steuermannes starker Hand", um das Boot wieder auf den richtigen Kurs zu bringen. Um nach Kilgarvan abzudrehen, mussten wir gegen und mit dem Wind kreuzen, damit uns die Brecher nicht auf der Breitseite voll erwischten. In Kilgarvan erschien uns das mit Schilf und Moos bewachsene (alte) Hafenbecken etwas zu unwirtlich und wir drehten sodann ab. (Den etwas versteckten neuen Hafen hatten wir dann erst auf der Rückfahrt entdeckt). Wir fuhren über den unruhigen Lough Derg auf die gegenüberliegende Seeseite nach Rossmore. Der Kai konnte die großen Brecher zwar nicht ganz abhalten, aber nachdem wir das Boot hinter den Steg und mit dem Bug in den Wind gelegt hatten, hielten sich die Schaukelbewegungen unseres Kreuzers in Grenzen. Wir erkundeten die nähere Umgebung zu Fuß und fanden ein einsames, idyllisches Stückchen Erde. Hier wuchsen Himmelschlüsselchen, Vergissmeinnicht, Primeln, Buschwindröschen und vieles mehr. Das Wetter war trotz der gelegentlichen Windböen herrlich und wir konnten den ganzen Nachmittag die Sonne genießen. Da die Brise gegen Abend abflaute, blieben wir auch über Nacht liegen.
5. Tag: Mittwoch, den 27.04.1994 Für uns Urlauber verhältnismäßig früh standen wir bereits um 8.30 Uhr auf. Nach einer gemütlichen Tasse Kaffee beschlossen wir, die Windstille für die Weiterfahrt auszunutzen. Wir nahmen zunächst Kurs auf Dromineer, einem sehr schönen, ruhigem Hafenörtchen mit Yachthafen, Burgruine und Hotel.
Nach einer ausgiebigen Frühstückspause nahmen wir den breitesten Teil des Lough Derg in Angriff und fuhren gen Westen. Am Ende des westlichten Zipfels mündet der Scariff River, dem wir ein paar Kilometer bis zu den Hafenanlagen in dem gleichnamigen kleinen Ort folgten. Hier endet auch der schiffbare Weg des kleinen Flusses, der uns ein wenig an den Kanal nach Lecarrow am Logh Ree im Norden erinnerte. Dort angekommen, machten wir nach kurzer Rast einen kleinen Stadtbummel, telefonierten mit Deutschland und kauften ein. An Bord zurück nahmen wir zunächst unseren Lunch zu uns, und Klaus holte dann den ihm entgangenen Morgenschlaf nach. Am Abend marschierten wir zurück zum Ort und kehrten in einer Gaststätte ein, in der wir an diesem Abend die einzigen Gäste bleiben sollten. Zunächst aßen wir eine Kräutercremesuppe, als Hauptspeise ein Rindersteak mit Zwiebeln, Pommesfrites und Salat. Wir waren danach mehr als gesättigt. Anschließend kehrten wir auf dem Heimweg noch in einem Pub an der Hauptstraße ein, um nach zwei Guinness in unseren Schlafkojen zu verschwinden.
6. Tag: Donnerstag, den 28.04.1994 Nach unserem obligatorischem Morgenkaffee im "Wintergarten" fuhren wir nach Mountshannon. Dort füllten wir zunächst unseren Wassertank auf, hielten dann ein Schwätzchen mit dem Schleusenwärter von Meelick, der dort mit Angeln seinen freien Tag verbrachte, und frühstückten danach den Rest unserer Orangenmarmelade mit frischem Toast.
Dann nahmen wir Kurs Richtung Süden und kamen nach zwei Stunden Fahrt in Kilaloe/Ballina an. Damit erreichten wir das Ende der für Mietboote schiffbaren Strecke auf dem südlichen Shannon. Wir legten an einem neuangelegten Kai auf der Ballina-Seite an. Über die alte Brücke gelangten wir nach Kilabe und machten einen ausführlichen Stadtbummel durch das alte Städtchen. Wir besichtigten eine kleine Kapelle aus dem Jahr 1000, sowie die danebenliegende Kirche, die auch nur 200 Jahre jünger war, aber immer noch für Gottesdienste genutzt wurde. Wir wanderten den ganzen Ort hinauf und auf der Uferpromenade wieder zurück zum Boot. Nach einer längeren Pause an Bord unternahmen wir einen ausführlichen Abendspaziergang auf der Ballina-Seite, durch den schönen Villenvorort und am großen Hotel mit Hallenschwimmbad vorbei. Unterwegs wurden wir von dem Hund "Arthur" begrüßt, der nur mit einem Stück Wurstbrot wieder nach Hause gelockt werden konnte. Anschließend nahmen wir das Dinner in Peter's Restaurant (wie von Heike bereits bei der Herfahrt mit dem Bus beschlossen) ein: leckere Pilzcremesuppe, gefülltes Forellenfilet (Nüsse, Pilze, Zwiebeln und Geheimnis des Kochs) mit reichlich Gemüse und Pommesfrites. Danach Kaffee und lrishcoffee, nicht zu vergessen den Sherry als Aperitif und eine Flasche französischen Weißweins zum Essen. Einfach vorzüglich. Und einen Akku für die Videokamera konnten wir nebenbei auch noch laden. An Bord unseres Kabinenkreuzers zurück, genossen wir ein Gläschen irischen Wiskey und die laue Frühlingsnacht.
|