Irland 1993

Reisetagebuch unserer Shannon-Reise vom 22.05.1993 bis zum 04.06.1993


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    1. Tag: Samstag, den 22.05.1993

    Um 5.00 Uhr morgens, also mitten in der Nacht, hieß es aufstehen. Am Flughafenschalter der Aero Lloyd erwartete uns eine lange Schlange. Als wir dann endlich an der Reihe waren, wurden wir darauf hingewiesen, dass dort nur Reisende in die Türkei abgefertigt würden. Unser Schalter war 50 Meter weiter und dort stand niemand. Nach dem einchecken genehmigten wir uns erst einmal einen Kaffee. Dabei sagte uns ein Blick auf die Anzeigetafel, dass wir nicht nach Dublin, sondern nach Shannon fliegen würden, obwohl wir allen Leuten zuvor das Gegenteil erzählt hatten. Um 6.50 Uhr wurde unser Flug aufgerufen. Zunächst ging es 10 Minuten lang per Bus über das gesamte Flughafenvorfeld zum Flugzeug. Nach etwa zwei Stunden Flug kamen wir um 8.30 Uhr Ortszeit in Shannon an. Grauer Himmel und Regen empfing uns dort. Nachdem wir unser Gepäck eingesammelt hatten, meldeten wir uns an dem einen von zwei in unseren Reiseunterlagen angegebenen Kontaktschaltern. Aber weder die Autovermietung noch die Leute am DER-Schalter waren über uns informiert. Auch der Reiseveranstalter war ihnen unbekannt. Letztendlich riefen die freundlichen Damen vom Info-Schalter beim Bootsvermieter an und dieser ließ uns mitteilen, dass jemand unterwegs sei uns abzuholen. Gegen 9.15 Uhr tauchte dann Manfred Walesch auf, ein Ire, der perfekt Deutsch spricht und uns für Wave Line Cruisers abholen sollte. Zunächst warteten wir jedoch noch auf die nächste Maschine aus Frankfurt, da Manfred einen weiteren Gast einsammeln musste. Nach zwei Autostunden erreichten wir unseren Bootsvermieter, Peter Quigley, der uns sofort unser Boot "EDEL" übergab. Nachdem wir unser Gepäck verstaut hatten, weihte er uns in die notwendigen Einzelheiten der Bootstechnik ein und führte dann einen Schnellkursus in Sachen Motorbootfahren durch. Wir machten einen kurzen Ausflug durch den südöstlichen Lough Ree, wobei wir abwechselnd das Boot steuerten. Dann tankten wir auf, füllten Wasser nach und stießen nochmals - diesmal ohne Peter - in See. In den Inner Lakes übten wir einige Bootsmanöver und fuhren wieder zu unserer Ausgangsbasis zurück. Das Anlegemanöver klappe problemlos. Wir aßen an Bord zu Abend, und zwar von den bereits von Frankfurt aus per Fax bestellten Vorräten. Relativ früh legten wir uns dann in unserem schwimmenden Bett schlafen.

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    2. Tag: Sonntag, den 23.05.1993

    Nachdem wir erst einmal ausgiebig bis 10.00 Uhr geschlafen hatten, frühstückten wir und warteten auf besseres Wetter. Wir stellten fest, dass Iren vor 10.00 Uhr morgens nichts unternehmen und dass sich das Wetter von Stunde zu Stunde ändern kann. Mit Peter Quigley klärten wir ab, dass das Dinghi für uns Nicht-Angler eher hinderlich sei und wir es daher nicht mitnehmen würden. (Wir haben es auch später in der gesamten Zeit nicht vermisst). Gegen 12.00 Uhr wollten wir aus der Marina rückwärts gegen den auffrischenden Wind ganz professionell auslaufen und nach ein paar ungeplanten seitlichen Drehbewegungen und viel Unterstützung von außen durch Peter haben wir dann den Bootssteg - nur halb so elegant wie geplant - verlassen. Wir fuhren durch den South Lake Richtung Athlone. Das Auffinden und Beachten der roten und schwarzen Bojen beschäftigte trotz langsamer Fahrt uns zwei Anfänger voll und ganz. Wir fuhren den Fluss hinab bis zur Jolly-Mariner Marina. Dort war es jedoch sehr voll, sodass wir nur wendeten und wieder flussaufwärts fuhren. Im South Lake hielten wir uns links und fuhren zu unserem geplanten Etappenziel Hodson Bay. Die Einfahrt in den Hafen, das Anlegemanöver inklusive Wenden und das Anlegen klappten auf Anhieb, obwohl sich unser "Parkplatz" zwischen zwei längsseits liegenden Boten befand.

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    Nachdem wir dort eine zeitlang lagen und die Gegend zu Fuß erkundet hatten, frischte der Wind von Seeseite noch mehr auf, sodass wir beschlossen, einen windgeschützteren Platz an der gegenüberliegenden Mole, der zufälligerweise gerade freigeworden war, einzunehmen. Da auch das vor uns liegende Boot den Hafen bereits wieder verlassen hatte, erschien unser Vorhaben theoretisch einfach. Aber der starke Wind drückte uns immer wieder an den Kai, sodass wir unser Ablegemanöver abbrechen mussten. In diesem Moment fuhr ein Einheimischer mit seinen zwei kleinen Töchtern in den Hafen ein und wir halfen ihm beim Anlegen. Doch auch er entschied sich sofort einen ruhigeren Platz einzunehmen. Nachdem er zunächst sein eigenes Boot vertaut hatte, unterstützte er unser Ablegemanöver gegen den Wind. Mit ein paar fachkundigen Hinweisen und kräftigen Fußstößen seinerseits war es dann letztlich auch kein Problem mehr und wir legten wie geplant an der gegenüberliegenden Hafenmauer an. Ob dieser Anstrengungen kochten wir uns zunächst einen Kaffee und verbrachten den Rest des Nachmittages am Hafen mit Spazierengehen, Eis essen und Beobachten des Angelerwettbewerbes, der Wasserskifahrer, Surfer und anderen Wassersportlern. Außerdem besuchten wir unseren hilfreichen Iren auf seinem Boot und tranken Tee mit ihm. Abends speisten wir vorzüglich in dem Hotelrestaurant am Hafen, und zwar Shrimps auf Avocadosalat, Zitronensorbet, gegrillten Lachs mit Gemüseplatte und Salat. Zum Dessert gab es eine Riesenauswahl vom Buffet und Kaffee bis zum Abwinken. Nach über zwei Stunden kehrten wir gesättigt zu unserem Hausboot zurück und beschlossen unser Reisetagebuch anzufangen. Der Wind begann abzuflauen und es wurde eine ruhige Nacht in Hodson Bay.

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    3. Tag: Montag, den 24.05.1993

    Es regnete und regnete. Deshalb beschlossen wir, erstmal im Hafen zu bleiben. Nach einem ausgiebigen Frühstück vertieften wir uns in unsere mitgebrachte Reiselektüre. In einer Regenpause gingen wir spazieren, schauten einigen wasserfesten Golfern zu und erkundeten die nähere Umgebung. Aber da die Sicht relativ schlecht blieb, verbrachten wir den Rest des Tages in Hodson Bay. Am frühen Nachmittag übten wir, bei nunmehr stillerem Wasser, An- und Ablegemanöver und fuhren etwas auf den Lough Ree hinaus, um den Umgang mit dem Boot besser kennenzulernen. Als am Abend die Sonne hervorkam, legten wir uns auf Deck, fotografierten, und Heike filmte zum ersten Mal mit der Videokamera, zunächst nur den Fußboden, aber dann auch Klaus beim Spazierengehen. Abends gingen wir wieder ins Hotelrestaurant und speisten wieder vorzüglich. Insbesondere der lrish Coffee war einfach "Spitze!". Zurück auf dem Boot, machten wir es uns gemütlich und lasen und schliefen.

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