Reisetagebuch Irland 2004



    3. Tag, Montag, 05.04.2004

    Nach dem Motorcheck durch Bootsmann Arne ging es zum Tanken in die Inner Lakes zur Waveline Marina. Dort hatten wir 1993, bei Peter Quigley, unser erstes Boot gechartert. Die Marina ist mitterweile sehr groß geworden, und die "EDEL" ist längst ausser Dienst. Wir drehten eine kleine Runde durch die Inner Lakes und überlegten, ob wir trotz des aufkommenden Windes die Fahrt über den Lough Ree machen sollten. Wir beschlossen den Versuch zu wagen.

      Der Lough Ree ist der zweitgrößte See des Shannonreviers. Er ist 30 Kilometer lang und bis zu 7 Kilometer breit. Das stark gegliederte Ufer bildet zahllose Buchten. Haufenweise liegen Inseln in seiner weitläufigen Wasserfläche verstreut. Der See ist ein Paradies für Fische und Wasservögel. Allerdings lauern auch viele Felsen und Untiefen und man muss daher umsichtig navigieren.

    Bei der heftigen Windstärke wurden wir auf dem Binnensee ziemlich durchgeschaukelt, insbesondere, da wir die meiste Zeit Gegenwind hatten. Schiffsführer Klaus dachte mehrmals an seinen alten Bootslehrer Peter Harder, der ihm den Umgang mit den Wellen beigebracht hatte. Die Gischt war teilweise so hoch, dass wir den Scheibenwischer einschalten mussten. Nach 3 1/2 Stunden erreichten wir das andere Ende des Logh Ree und legten im alten Hafenbecken von Lanesborough an.

      Lanesborough ist ein geschäftiger kleiner Ort, der vom Bootsverkehr, dem Elektrizitätswerk und dem Torfabbau lebt. Es ist eines der bekanntesten Angelzentren am Shannon. Die Abwärme des Torfkraftwerkes sorgt für ein ideales Revier. Entgegen anderslautenden Gerüchten können die Enten in Lanesborough letztlich nicht schneller schwimmen, als ihre Artgenossen anderswo auf dem Shannon. Das liegt lediglich an der starken örtlichen Strömung. Sieht allerdings ziemlich lustig aus.

    Als erstes gab es als kleine Stärkung Baked Beans mit Würstchen. Im Ort frischten wir unsere Vörräte auf, brachten diese schnell an Bord und gingen anschließend in den örtlichen Pub, dieses Mal aber lange vor 21.00 Uhr. Wir tranken Guinness, Baileys on Ice und Club Orange. Zurück an Bord beobachteten wir nach Einbruch der Dunkelheit das Anlegemanöver eines großen Kabinenkreuzers mit 6 Mann Besatzung. Arne durfte das Boot der netten Crew auch innen besichtigen und ließ sich die Angelausrüstung zeigen.

    rauhe See Lanesborough
    Lanesborough Pub in Lanesborough