Irland 2004

Reisetagebuch unserer Shannon-Reise vom 03.04.2004 bis zum 13.04.2004



Irland




    1. Tag, Samstag, 03.04.2004

    Morgens um 8.00 Uhr kam das "Taxi Karl-Heinz" und brachte uns von Offenbach zum Terminal 2 am Frankfurter Flughafen. Nach dem Einchecken tranken wir zunächst Kaffee und Kakao auf der Aussichtsterrasse und machten uns dann zeitig auf den Weg zum Gate. Dank der Sicherheitsvorkehrungen gab es lange Schlagen. Wir verbrachten noch etwa 30 Minuten im Warteraum des Flugsteiges 3E bis das Flugzeug der Air Lingus pünktlich um 10.50 Uhr abhob. Die irischen Tiefausläufer begrüßten uns und sorgten dafür, dass der Flieger im Landeanflug ein paar Mal kräftig durchgerüttelt wurde. Am Flughafen von Dublin wurden wir von Tom Larkin abgeholt, der uns dann mit seinem Kleinbus in einer 2 1/2 stündigen Fahrt nach Banagher brachte. Kaum aus dem Stadtzentrum von Dublin heraus, kamen wir bereits in den ersten Stau auf der Autobahn. An uns fuhren mehrere Streifenwagen, zwei Abschleppwagen, zwei Feuerwehrwagen, vier Polizisten auf Motorrädern und dann leider auch noch zwei Leichenwagen vorbei. Tom Larkin erzählte uns, dass er solch einen Unfall noch nie erlebt hätte. Als wir die Unfallstelle passierten, war das Schlimmste bereits weggeräumt. Nach halber Fahrstrecke machten wir in Molly`s Restaurant eine kleine Kaffee- und Imbisspause. Gegen 16.30 Uhr kamen wir dann in Banagher an.


    Banagher Banagher


      Banagher: "Beannchar na Sionna", "The place of the pointed rocks on the Shannon". Mitten im Herzen Irlands zwischen den beiden großen Seen Lough Ree und Lough Derg liegt am Fluss Shannon die Stadt Banagher, was soviel wie "Festung auf den Felsen" bedeutet. Dies war einst die Heimat von literarischen Berühmtheiten wie Anthony Trollope, Charlotte Bront und auch William Wilde, der Vater von Oscar Wilde, lebte hier. Banagher ist ein idealer Ausgangspunkt um Irland zu bereisen. In der Umgebung von Banagher gibt es zwar einige historische Stätten, im Wesentlichen ist der Ort aber durch den Shannon und die damit verbundenen Gäste geprägt. Für den Bootstouristen ist in erster Linie die gute Infrastruktur interessant.

    Wir konnten unser Charterboot bei Silverline Cruisers gleich übernehmen und waren freudig überrascht. Das Boot war sogar noch viel besser als wir erwartet hatten. Alsbald erhielten wir auch gleich die Einweisung und die vorab per Fax bestellten Lebensmittel. Wir hatten unsere Bootsreise im Internet bei dem Koblenzer Unternehmen Kingfisher Reisen gebucht und alles war bestens organisiert.


    Silvercrest                               Silvercrest


      Silver Crest:
      Typ: Haines 31
      Baujahr 1997
      Länge: 9,45 m (31')
      Breite: 3,50 m (11'6'')
      Perkins Diesel Maschine 80 PS
      modernes Schiff mit maximal 6 Kojen
      2. Steuerstand auf der Semi-Flying-Bridge
      Zentralheizung
      heißes und kaltes Wasser
      Kühlschrank
      Gasherd mit Grill und Backofen
      Schwimmplattform
      2 Toiletten mit Duschen

    Silvercrest Silvercrest
    Silvercrest Silvercrest Silvercrest
    Fotos "Silver Crest": Stefan Kupner
    Silvercrest Silvercrest


    Da das Wetter sehr schön war, machten wir uns sogleich los auf große Fahrt und schipperten eine knappe Stunde bis Shannonbridge.


    auf großer Fahrt... auf großer Fahrt...


      Die meisten Brücken am Shannon wurden um 1845 von der Shannon Navigation umgebaut, aber die Brücke in Shannonbridge erwies sich als so schön und gut, dass man sie stehen ließ. Ursprünglich war hier auch eine Schleuse, deren Einbuchtungen unterhalb der Brücke noch zu sehen sind. An der Westseite liegt eine alte Festung, die damals zur Abwehr der französischen Invasionstruppen im 19. Jahrhundert errichtet wurde. Die Festungsruine ist allerdings Privatgelände und kann leider nicht von innen besichtigt werden.


    Shannonbridge Shannonbridge


    In Shannonbridge legten wir an der neuen Jetty an. Zunächst liefen wir ins Dorf und prüften, ob unser Lieblingspub noch existierte und auch wieder ein Musikprogramm anbot. In dem zum Pub gehörenden Laden machten wir noch ein paar Einkäufe und erfuhren, dass um 21.00 Uhr die Musiker loslegen sollten. Wir gingen dann erst mal in einem kleinen Imbiss handgemachte Burger essen. Danach ging es zurück an Bord unserer Motoryacht. Kurz vor 21.00 Uhr spazierten wir in freudiger Erwartung zum Pub, in dem sich Jung und Alt bei irischer Musik und guter Stimmung traf und den wir bereits in den Jahren 1993 und 1994 besucht hatten. Schnell holte uns jedoch die aktuelle irische Gegenwart ein: Zum einen wird das seit Ende März geltende Rauchverbot in den Pubs strikt durchgesetzt, was allerdings selbst für Raucher Klaus nicht wirklich ein Problem gewesen wäre. Aber außerdem dürfen sich neuerdings Kinder und Jugendliche unter 18 - selbst in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten - nicht mehr nach 21.00 Uhr in einem Pub aufhalten. Also nichts mit Musikkneipe für uns. Wir traten enttäuscht den Rückzug an und mussten das Guinness an Bord trinken. Müde von der langen Anreise fielen wir bald in unsere geräumigen Kojen. Nachts im Schlaf verlor Arne seinen Wackelzahn. Irgendwie typisch für ihn, denn schließlich hatte er bei seinem ersten Irlandbesuch 1996 im zarten Alter von einem halben Jahr hier auch seine ersten Zähne bekommen.


    Shannonbridge Shannonbridge in der Koje in der Koje