Harlingen (NL) 2006Reisetagebuch unserer Holland-Reise vom 03.07.2006 bis zum 05.07.2006
1. Tag: Montag, den 03.07.2006
Nachdem bereits am Wochenende die Reisetaschen mit allen notwendigen Utensilien gepackt wurden, geht es am Montagmorgen zunächst zur Leibnizschule in Offenbach. Unser Nachwuchs Arne tritt seine einwöchige Klassenreise in die Röhn an. Es dauert so einige Zeit, bis alle Schüler der Jahrgangsstufe 5 in die entsprechenden Busse verteilt sind. Nun kann es auch für die Eltern losgehen zu einer Kurzreise ins niederländische Harlingen. Drei Tage nur zu zweit, lange geplant, als besonderes Highlight nachträglich zum 10. Hochzeitstag. Die Fahrt mit dem Auto dauert inklusive mehrerer Pausen über sechs Stunden. Glücklicherweise hat unser PKW eine Klimaanlage, denn es ist ganz schön heiß. Gegen 16.00 Uhr kommen wir in Harlingen an und finden nach kurzer Suche auch schnell unsere Unterkunft für die nächsten Tage. Ein umgebautes ehemaliges Rettungsboot. Es liegt verkehrsgünstig im alten Hafenbecken (Noorderhaven) direkt vor dem Rathaus.
Ursprünglicher Name: Lilla Marras Douglas & Will Heutiger Name: Lilla Marras, Reddingsboot in Harlingen Typ: Watson Class Midship Steering & Aft Cabin Werft: Groves & Guttridge Ltd, East Cowes Baujahr: 1955 Restaurierung: 2000 - 2001 Länge x Breite: 46'9" x 12'9" Motoren: Zweimal Thornycroft 360 MkII, je 70 PS (SHP)
Inzwischen ist die "Lilla Marras" zwar außer Betrieb, aber längst nicht im Ruhestand. Das Boot wurde vollständig restauriert und an seine neue Verwendung angepasst. Im Wohnraum in der Achterkabine des Schiffes kann man sich tagsüber und abends aufhalten. Hier kann man auch morgens ausgiebig das wirklich reichhaltige Frühstück genießen, das in aller Frühe vom nahegelegenen Bäcker in die Steuerkabine gebracht wird. An Deck gibt es viele Sitzgelegenheiten, von wo aus man sehr schön die Aussicht auf Hafen und Stadt genießen kann.
Im Schlafraum im Vorschiff befinden sich ein Bett in der Form eines Wasserlilienblatts und eine große Badewanne für zwei Personen aus Holz sowie die sanitären Einrichtungen. Das Rettungsboot bietet jedem, der gut zu Fuß ist und regelmäßiges Bücken nicht als störend empfindet, einen recht komfortablen Aufenthalt.
Wir werden bereits erwartet, als wir am Liegeplatz des Rettungsbootes ankommen. Zunächst bekommen wir einen Parkausweis für unser Auto, damit es nicht abgeschleppt wird oder wir einen Bußgeldbescheid bekommen, denn ansonsten ist hier nur eine gebührenpflichtige Kurzparkerzone. Wir bekommen das Boot gezeigt und die technischen Einrichtungen erklärt. Dann holen wir erstmal unser Gepäck aus dem Kombi um es zu verstauen. Wir entspannen ein wenig auf den bequemen Drehsesseln im Achterdeck bei einer Tasse Kaffee, bevor wir einen ersten kleinen Ausflug machen.
Neben dem von uns gecharterten Rettungsboot kann man hier auch Unterkünfte in einem Leuchtturm und einem Hafenkran mieten.
Wir schauen uns ausgiebig in dem interessanten Städtchen um.
Ursprünglich als Frachtschiffe gebaut, sind diese Schiffe heute hauptsächlich als Charterschiffe unterwegs. Wir können mehrere davon im Hafenbecken beobachten.
Wir schlendern noch ein wenig durch die malerische Altstadt, und schauen uns die Auslagen in den vielen Geschäften an. Am Abend gehen wir in ein nahegelegenes Fischrestaurant, und genießen dort ein vorzügliches 4-Gänge-Menü sowie eine Flasche Wein. Spät in der Nacht machen wir es uns dann in unserer Koje gemütlich. |