Reisetagebuch Finnland 2006



    2. Tag: Samstag, den 12.08.2006

    Heute wurden wir bereits um 8.00 Uhr von unserem 10-jährigen Sohn Arne geweckt, allerdings mit frischem Kaffee. Der Tag sollte also früh beginnen, aber wir hatten ja auch noch viel vor. Nach dem Frühstück legten wir an der Marina des Charterunternehmens in Savonlinna ab und fuhren nördlich Richtung Varkaus. Bereits nach kurzer Fahrzeit übernahm Bootsmann Arne das Steuer des Motorbootes und fuhr selbständig nach GPS und Karte.


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    Die 5-stündige Fahrt nach Varkaus war sehr abwechslungsreich. Das Wetter war bestens und zeitweise war es so sonnig und warm, dass wir den Außensteuerstand verlassen mussten, um in der schattigen Kabine unter Deck weiter zu steuern. Zwischendurch gab es Spaghetti für Arne und Käsebrote für Heike und Klaus, sowie viel zu trinken. Kurz vor 16.00 Uhr kamen wir an der Schleuse vor dem Hafen von Varkaus an. Da gerade ein Sportboot herabgeschleust wurde, gab es keine Wartezeit für uns und wir konnten alsbald in das romantische Hafenbecken einlaufen.


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    Unser erstes Anlegemanöver mit der großen und schweren Motoryacht klappte problemlos, obwohl wir mit dem Heck an einer Boje und dem Bug am Steg festmachen mussten. Das Schiff mit dem schönen Namen "Albert Krank", über den wir uns bereits im Jahr 2003 amüsiert hatten, war auch wieder da.


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      Über den Namen Varkaus ("Diebstahl") gibt es mehrere Erklärungen. Eine Interpretationsweise ist, den Namen mit einem konkreten Diebstahl in Verbindung zu bringen. Nach einer alten Geschichte war vor langer Zeit eine Gruppe von Dieben aus der Burg von Savonlinna geflüchtet und in dieses Gebiet gekommen. Diese hatten dann den gestohlenen Schatz im Varkausmäki ("Diebstahlsberg") verborgen. Nach anderer Meinung könnte der Name vom lappischen Wort "vuörka" abstammen, das Versteck bedeutet. Danach wäre Varkaus eine Versteck- oder Verwahrungsstelle gewesen.


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    Gleich nach dem Anlegen probierte Arne unser mitgeführtes Schlauchboot aus und ruderte Heike durch das Hafenbecken. Danach ließ sie sich von ihrem Sohn sogar zum Baden überreden. Es war ja immer noch so warm. Im Wasser war es allerdings ziemlich kalt und der Schwimmausflug beschränkte sich daher auf eine halbe Runde um das Boot. Es war sogar so kalt, dass beide kaum die Bootsleiter an Bord erklimmen konnten. Nach dieser kleinen Erfrischung ging es dann nochmals mit dem Ruderboot durch das Hafenbecken. Auch Klaus genoss eine exklusive Ehrenrunde. Danach ließen sich Mutter und Sohn auf dem Oberdeck in der Sonne trocknen.


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    Später beschlossen wir, uns mit dem Taxi in die Stadt zu einem Restaurant beim Musikmuseum fahren zu lassen. Das Lokal war in unseren Reiseunterlagen empfohlen worden. Allerdings hatte die Gaststätte an diesem Tag geschlossen und so fuhren wir mit dem Taxi weiter zu einer Pizzeria im Stadtzentrum. Dort bekamen wir jeder eine Riesenpizza und Cola. Arne aß wie immer die obligatorische Pizza Salami, Heike und Klaus je eine Pizza mit Pepperoniwurst, Pepperoni und Ananas. Wir machten anschließend noch einen kleinen Rundgang durch die City, aber die Stadt sprühte nicht unbedingt vor Leben, sodass wir bald mit dem Taxi zum Hafen zurückfuhren.


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    Arne ging noch mehrmals rudern und wir ließen den Abend an Deck ausklingen. Dann machten sich alle kojenfertig und das "Kino Bartram" präsentierte den ersten Teil des Familienfilms "Ein toller Käfer in der Rallye Monte Carlo" bis der Akku des DVD-Players irgendwann seinen Dienst versagte.


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      Ein VW Käfer (Modelljahr 1963) mit Namen "Herbie" ist der Hauptdarsteller einer Kinofilm-Reihe der Walt Disney Studios. Das besondere an Herbie ist, dass er eine "Persönlichkeit" ist und einen eigenen Willen hat. Er kann von selbst fahren, bringt beachtliche Höchstgeschwindigkeiten auf die Straße und kann auch - der Physik zum Trotz - Wände hoch- und entlangfahren. Charakteristisch ist die Startnummer 53 auf der Fronthaube und auf den Türen.