Finnland 2006

Reisetagebuch unserer Finnland-Reise vom 11.08.2006 bis zum 25.08.2006


Finnland


    1. Tag: Freitag, den 11.08.2006

    Um 7.00 Uhr hieß es aufstehen und abreisebereit machen. "Taxi Karl-Heinz" kam wie abgesprochen pünktlich um 7.45 Uhr und brachte uns von Offenbach zum Rhein-Main Flughafen in Frankfurt. Glücklicherweise blieben die Finnland-Reisenden von zusätzlichen Kontrollen wegen des aktuellen Terroralarms in Groß-Britannien verschont und das Einchecken ging rasch vorbei. Für ein kleines Frühstück ging es auf Wunsch unseres Sohnes zu McDonalds. Klaus wollte großzügig bezahlen und stellte dabei mit großem Schrecken fest, dass sein Geldbeutel fehlte. Er wollte einerseits nicht den ganzen Urlaub von Heikes Barschaft abhängig sein und sich andererseits vergewissern, ob er das Portemonnaie wirklich nur vergessen hatte und es nicht verlorengegangen oder gar gestohlen wurde. Besonders wegen der darin befindlichen Scheck- und Kreditkarten hätte dies unschöne und insbesondere sehr kostspielige Folgen haben können. Also nahm Klaus eiligst ein Taxi und fuhr zurück in die Eigenheimstraße nach Offenbach. Arne stellte sich derweil mehrmals die bange Frage, ob sein Vater in ca. einer Stunde wieder rechtzeitig zum Boarding zurück sein würde. 25 Minuten später kam per Handy die erlösende Nachricht: die Geldbörse hatte im Bad gelegen und Klaus war bereits wieder auf der Rückfahrt zum Airport. Kurz vor 10.00 Uhr trafen wir uns vor der Gepäckkontrolle. Und wo hatte Klaus nochmal seine Bordkarte verstaut? Es folgte eine kurze, hektische, aber erfolgreiche Suche im Handgepäck. Die Maschine der Finnair startete planmäßig und der Flug nach Helsinki verlief ganz ruhig. Auch Klaus konnte nun endlich tief durchatmen und sich auf den Urlaub einstimmen.


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    In Helsinki zogen wir es dieses Mal vor, die Wartezeit bis zum Weiterflug nach Savonlinna auf dem Flughafengelände totzuschlagen und nicht noch einen Abstecher in die Innenstadt der finnischen Hauptstadt zu machen, wie wir es bei unserem letzten Finnlandurlaub im Jahr 2003 getan hatten. Wir beobachteten zunächst eine Zeit lang die startenden und landenden Flugzeuge. Mit Kaffee, Eis, Memoryspiel und Lesestoff überbrückten wir dann die Wartezeit von etwa drei Stunden. Um 17.45 Uhr Ortszeit ging es dann weiter mit einer kleinen Propellermaschine der "Golden Air".


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    Knapp eine Stunde später landeten wir dann in Savonlinna und wurden vom Bootsvermieter mit einem Wohnmobil vor dem Flughafen abgeholt. An der nahegelegenen Marina angekommen wurden wir gleich auf unser Charterboot geführt und eingewiesen. Die "ALONDE" (Tröllö 36) der Saimaacharter Vuokravenho war 11,9 m lang, 3,55 m breit und hatte einen Tiefgang von 1,6 m. Der Dieselmotor brachte sie auf eine Höchstgeschwindigkeit von 9 Knoten. Die Stahlmotoryacht war Baujahr 1981 und das Alter von 25 Jahren war ihr auch recht deutlich anzusehen. Das Öffnen der Seitentüren bedurfte eines nicht unerheblichen Kraftaufwandes. Der Farbanstrich zeigte sehr deutliche Gebrauchsspuren. Die Dichtungen der Fenster hielten auch nicht alle, was ihr Name versprach. Dies fiel Heike bei dem glücklicherweise einzigen nächtlichen Regenschauer sogleich unangenehm auf, da es ihr von oben in die Koje tropfte. Auch die technischen Instrumente funktionierten nicht alle, wie z.B. Geschwindigkeitsmesser und Kompass. Dafür hatten wir allerdings, neben dem ausführlichen Kartenmaterial, einen modernen Laptop mit GPS-Anlage an Bord, was das Navigieren auf der Reise doch sehr erleichtert hatte.


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    Arne nahm sogleich die Bugkabine für sich in Beschlag und seine Eltern bauten die Sitzecke in der hinteren Kabine zum Dauerschlafplatz um. Die Tatsache, dass die Küche in der Heckkabine integriert war, war nicht die glücklichste Raumaufteilung, wenn mehr als die Bugkabine zum Schlafen benötigt wird. Auch war die (einzige) Nasszelle im Verhältnis zur Größe des Bootes relativ klein. Da hatten wir in der Vergangenheit schon häufiger Hausboote mit einer erheblich geschickteren Raumaufteilung gehabt.


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    Wir gingen erst mal gemeinsam in den nahegelegenen Supermarkt um ausreichend Vorräte für unterwegs zu besorgen. Das Wetter war herrlich, viel besser als in Deutschland, und so warm, dass Arne sogleich zum Schwimmen ging, um seine im Einkaufsmarkt neu erworbenen Taucherbrille und Schnorchel auszuprobieren. Zum Abendessen an Bord gab es klassisch Baked Beans, Spiegelei, Kartoffelbrei und Salat.
    Mit Lesen und Kartenspielen ging der Abend zu Ende.


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