Finnland 2003




Finnland



      Finnland ist hierzulande bekannt als das "Land der tausend Seen", tatsächlich sind es aber wesentlich mehr. 10 Prozent des Landes ist von Wasser und 68 Prozent von Wald bedeckt. Es gibt dort 187.888 Seen und 179.584 Inseln. Mit einer Fläche von 338.000 qkm ist Finnland das siebtgrößte Land Europas. Die größte Länge beträgt 1.160 km, die größte Breite 540 km. Finnland hat 586 km Grenze mit Schweden, 727 km mit Norwegen und 1.269 km mit Russland. Von den 5.206.000 Einwohnern sind 92,4 Prozent finnisch-, 5,6 Prozent schwedisch- und rund 1.700 samischsprachig. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei nur 17 Personen/qkm. Dank seines Kontinentalklimas mit recht warmen Sommern und sehr kalten Wintern erreicht Südostfinnland im Sommer die höchsten Durchschnittstemperaturen Skandinaviens. Die Wassertemperaturen in den flachen Seen und Buchten steigen durch die lange Sonneneinstrahlung ab Mitte Juni bis über 20°. Die durchschnittliche Windstärke beträgt im Sommer tagsüber etwa 6m/sek. (Beaufort 4) und in der Nacht etwa 4 - 5 m/sek. (Beaufort 3). Winde, die stärker als 11 m/sek. oder mehr (Beaufort 6 oder mehr) sind, kommen während der Sommersaison nur selten vor. Im Herbst beträgt die Häufigkeit allerdings nahezu 20 Prozent.



    1. Tag: Mittwoch, den 13.08.2003

    Unser langersehnter Bootsurlaub beginnt. Heute ist Anreisetag! Im Gegensatz zur Vergangenheit diesmal sogar zu relativ "christlicher" Stunde - um 8.00 Uhr - kam das vorbestellte Taxi in die Eigenheimstrasse und brachte uns trotz Berufsverkehr, in kurzer Zeit von Offenbach zum Frankfurter Flughafen. Wir waren höchst erfreut, dass sich die langen Menschenschlangen an anderen Abfertigungsschaltern drängten, denn wir konnten uns ohne lange warten zu müssen sofort einchecken und gingen dann mit viel Zeit erst mal bei Mc Donaldīs frühstücken und beobachteten die startenden und landenden Flugzeuge auf den Startbahnen. Um 10.45 Uhr sollte unser per Internet gebuchter Flug mit der Finnair nach Helsinki laut Flugplan starten und relativ pünktlich um 11.15 Uhr ging es dann auch tatsächlich los.
    Der Flug mit dem geräumigen Airbus verlief ohne besondere Vorkommnisse und wir landeten kurz nach 14.00 Uhr in der finnischen Hauptstadt. Da wir bereits auf dem Rhein-Main-Flughafen auch die Bordkarten für den Anschlussflug erhalten hatten, brauchten wir uns am Flughafen Helsinki-Vantaa um nichts mehr zu kümmern. Wir nahmen also den Flughafenbus um 14.30 Uhr, der uns ins Zentrum der finnischen Großstadt Helsinki brachte. Dort hatten wir dann eine gute Stunde Zeit, den Senatsplatz mit dem Dom zu besuchen, kurz am Hafen entlang zu schlendern und auch noch ein wenig durch die Stadt zu streifen. Helsinki ist das Eingangstor nach Finnland und hat viele regelmäßige Fährverbindungen nach Schweden, Deutschland und Estland. Der Hafen Helsinkis liegt direkt im Herzen der Stadt. Es gibt hier sehr viele schöne Plätze, Parkanlagen und Cafes. Wir wären gerne noch etwas geblieben um uns noch mehr umzuschauen, aber wir mussten weiter.


    Helsinki Helsinki


    Der moderne Shuttle-Bus brachte uns kurz vor 17.00 Uhr wieder zurück an den Airport, so dass wir rechtzeitig zum Einsteigen wieder vor Ort waren. Um 17.30 Uhr hob der kleine vollbesetzte Flieger ab, um uns in das 334 km entfernte Savonlinna zu bringen. Wir machten eine kurze Zwischenlandung in Varkaus. Das Flugzeug der Fluggesellschaft Golden Air war eine zweimotorige Propellermaschine mit maximal 36 Sitzplätzen, 2 Piloten und einer freundlichen Stewardess. Auf dem ersten Streckenabschnitt gab es noch ein Heiß- oder Kaltgetränk nach Wunsch sowie leckere Kekse, auf dem zweiten reichte die Zeit zwischen Start und Landung gerade mal zur Ausgabe eines Bonbons durch die Stewardess. Die Piloten wirkten sehr routiniert und rangierten auf dem Rollfeld fast wie die Taxifahrer am Halteplatz des S-Bahnhofs Offenbach-Ost. Am Flughafen von Savonlinna holte uns - wie zuvor bereits per E-Mail vereinbart - der Bootsvermieter von Saimaan Solmu ab und fuhr uns wunschgemäß zunächst in ein nahegelegenes Einkaufszentrum, damit wir uns genügend Vorräte für die Fahrt mit unserem Charterboot zulegen konnten. Danach ging es zu der etwas außerhalb gelegenen kleinen Marina. Mittlerweile war es schon nach 20.00 Uhr geworden und wir waren somit über 12 Stunden unterwegs. Unser gechartertes Motorboot kannten wir bisher zwar nur von Fotos aus dem Internet, erfüllte aber voll und ganz unsere Erwartungen.


    Finnland                   Finnland


      Die "Palo" war zwar eine schon etwas ältere Stahlmotoryacht mit Baujahr 1985, die aber zuletzt im Jahr 2003 renoviert wurde. Knapp 10 m lang und 3 1/2 m breit, mit 1,1 m Tiefgang, einem 70 KW (95 PS) Dieselmotor, der den doch recht schweren Kabinenkreuzer auf ca. 8 Knoten (14 km/h) Höchstgeschwindigkeit brachte, je eine geräumige Kabine mit 3 Kojen im Bug und im Heck, sodass unser Nachwuchs ein eigenes Wohn-Schlaf-Spielzimmer für sich alleine hatte. Es gab eine große "Nasszelle" mit Toilette, Dusche und Waschbecken. Die Hauptkabine in der Mitte diente nicht nur als Steuerstand, sondern hatte auch eine gemütliche Essecke, ein Radio mit CD-Player, einen gasbetriebenen Kühlschrank, ein Spülbecken mit Brauch- und Trinkwasser, sowie einen Gasherd mit Backofen. Ein zweiter Steuerstand befand sich auf Deck im Heck unseres Motorbootes. Hier war außerdem unser "Freisitz" mit Stühlen und Klapptisch, sowie ein Badesteg mit Badeleiter. Die Einrichtung und Ausstattung war gut und reichlich (für 6 Personen ausgelegt).


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    Nach einer kurzen Einweisung in die Technik unseres Charterbootes durch den Vermieter und einer ersten Mahlzeit an Bord fielen wir nach der langen und anstrengenden Reise recht bald sehr müde in die geräumigen und bequemen Kojen.


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