Reisetagebuch Elsaß-Lothringen 2004



    2. Tag, Sonntag, 22.08.2004

    Bereits um 8.00 Uhr waren alle bis auf Arne wach und standen auf. Wir nahmen zunächst ein kleines Frühstück ein und fuhren dann bei leichtem Hochnebel die kurze Strecke bis zum Schiffshebewerk.


    vor der Fahrt... Schiffshebewerk


      Das Schiffshebewerk von Arzviller kann mehrere Boote auf einmal in nur 20 Minuten 44 Meter nach oben bzw. nach unten befördern und ersetzt damit 17 ehemals handbetriebene Schleusen. Das Gewicht des gefüllten Förderbeckens beträgt 900 Tonnen, die Neigung der Rollenbahnen 41 Prozent. Die Fahrt mit dem im Jahre 1969 errichteten Aufzug für Schiffe ist sehr einfach. Man fährt wie in eine normale Schleuse ein und macht das Boot fest. Danach hebt sich die gesamte Schleusenkammer nach oben. Die ganze Arbeit der Bootsbesatzung besteht darin, die Landschaft zu bewundern. Das Hebewerk ist ein sehr beliebtes touristisches Ausflugziel der Region. Es existieren nur noch zwei gleichartige Konstruktionen: Kransnojask (Russland) und Ronquiéres am Kanal Charleroi-Brüssel in Belgien. Beide Bauwerke sind allerdings in Längsbauweise angelegt, während das Schiffshebewerk bei Arzviller als einziges in Europa in Querbauweise errichtet wurde.


    Schiffshebewerk Schiffshebewerk


    Wir konnten ohne lange Wartezeit sofort in das spektakuläre Schiffshebewerk einfahren und genossen das Schauspiel. Oben angekommen ging es dann ohne Pause gleich weiter Richtung Tunnelanlage. Dort mussten wir allerdings geraume Zeit warten, bis wir die Tunneldurchfahrt beginnen konnten.


    vor dem Tunnel... Christine


      Die Tunnelanlage besteht aus dem 2.306 Meter langen Tunnel bei Arzviller und dem kurz darauf folgenden 475 Meter langen Tunnel bei Niderviller. Beide sind jeweils in nur eine Richtung befahrbar und der Verkehr ist daher mit Ampeln geregelt.


    vor dem Tunnel... im Tunnel...


    Vor der Einfahrt in den ersten Tunnel mussten wir zunächst einige Zeit warten, bis mehrere entgegenkommende Boote die Strecke passiert hatten und wir mit unserer Durchfahrt beginnen konnten. Wir tranken eine Tasse Kaffee an Deck und hielten ein Schwätzchen mit anderen wartenden Bootsfahrern. Mittlerweile sind die Tunnel mit Lampen einigermaßen ausgeleuchtet, so dass es nicht mehr ganz so duster war, wie bei unserer ersten Fahrt vor sechs Jahren, als ein kleiner Scheinwerfer auf dem Bootsdach die einzige Lichtquelle war. Bei Niderviller legten wir zum Einkaufen an. Allerdings war der Ort wie ausgestorben und so kehrten wir unverrichteter Dinge zurück an Bord.


    Gisela Niderviller


    Weiter ging es Richtung Westen an so typisch französisch klingenden Orten wie "Schneckenbusch" und "Neuhof" vorbei. In Héming legten wir im Hafenbecken nahe dem Zementwerk an, um festzustellen wie weit es bis zum Restaurant "Alsacienne" ist. Dieses kannten wir noch von unserem letzten Aufenthalt, dort gab es vorzüglichen Wildbraten. Allerdings war die Entfernung dann doch irgendwie größer als wir sie in Erinnerung hatten.


    Frachter Héming


    Mit Rücksicht auf die älteren Crewmitglieder beschlossen wir daher wieder ein Stück den Kanal zurückzufahren und legten in dem Ort mit dem unaussprechlichen Namen Xouaxange an. Hier gibt es die "Auberge Du Mesnil", bei der Hans, Klaus und Christine sogleich einen Tisch für 19.00 Uhr reservierten. Dann gab es erst mal einen Kaffee und leckeren Gugelhupf - ein Geschenk des Bootsvermieters - an Bord. Danach vertrieben wir uns die Zeit mit Spazieren gehen, lesen, schlafen etc. Kurz vor 19.00 Uhr gingen wir zum Essen. Wir speisten sehr gut und reichlich. Vollkommen gesättigt gingen wir an Bord unseres Charterbootes zurück. Wir tranken noch ein Glas Wein und gingen früh ins Bett, denn das Essen hatte alle schläfrig gemacht.


    Xouaxange Xouaxange